Samstag, 23. Mai 2015

Abschlussvideo

Eine kleine, schnelle Arbeit von mir. Vielleicht interessiert es ja noch den ein oder anderen. Lediglich ein paar Impressionen und Clips aus meiner Zeit.
Da ich alles mit meinem Handy gefilmt habe empfehle ich es nicht umbedingt im Vollbild, wegen der schlechten Qualität. :)


Woche 10 - vorbei, geschafft, zu Ende...

Montags bin ich dann leicht aufgeregt und voller Vorfreude zum Stall gefahren. Es sollte endlich in den Melkstand gehen. Aber angekommen, stellte sich heraus, dass 2 Schülerpraktikantinnen für Montag und Dienstag angemeldet waren. Also kein melken, sondern die Kiddies bespaßen. Aber die zwei Mädels waren super lieb und echt toll drauf. Sie waren 6. Klasse und natürlich total in die Lämmer verliebt. Die Zwei halfen uns dann beim Lämmer fangen und rüber tragen. Auch beim fangen einer frisch gewordenen Mutterziege waren sie gut drauf. Ich musste dann noch einmal die Ohrmarke am Lamm setzten. Das letzte Mal. Es tat mir immer noch leid, auch wenn ich es sehr schön schnell und präzise gemacht habe. 

Dienstags ging es mir morgens nicht gut. Ich hätte sicherlich arbeiten können, wollte aber auf Nummer sicher gehen und meldete mich krank. Es ging mir dann mittags schon wieder sehr gut. Alles also halb so schlimm, aber es war sicherlich die richtige Entscheidung.

Das Melkzeug 
Der (bezaubernde) adaptierte Melkstand 


Mittwoch war es dann endlich soweit. Ich durfte melken. Das ist eigentlich super einfach. Die Melkmaschine hat am Ende zwei Gummies, welche pneumatisch über Pulsation und den Unter-und Überdruck von einem saugendem Lamm imitieren. Dann kommt schon die Milch und man kann erstmal abwarten. Es geht definitiv schneller als per Hand, obwohl ich ja auch schon ganz schön schnell geworden bin! Es war ein sogenannter Side-by-Side Melkstand. Wobei wir 2 mal 15 Plätze haben. Den Weg kann man auf der (nicht so) wunderschönen Zeichnung von mir sehen. Hier habe ich zwar nur 10 Plätze pro Melkstand, aber für das Verständnis reicht es wohl! Die roten Pfeile zeigen den Weg den die Ziege geht. Draußen vor dem Melkstand ist der sogenannte Vorwartehof. Dort steckt man alle Tiere rein die demnächst gemolken werden sollen (Massentierhaltung!?). So sieht es manchmal wirklich aus, wenn der so rappel voll ist. Aber wenn die ersten 30 Tiere im Stand sind, dann ist es wieder deutlich leerer. So sie hüpfen also eine kleine Treppe hoch und die erste Ziege muss dann einmal ganz nach hinten laufen, da nur dort die Klappe aufgeht. Ist sie in der Box hat sie der zweiten Ziege ermöglicht in ihren Stand zu gehen, da dort nun nichts mehr den Klappmechanismus verhindert. Ich hoffe man kann das erkennen. Im der Box selbst ist ein kleiner Behälter mit Kraftfutter, der die Ziege einerseits motiviert immer in den Melkstand zu laufen, andererseits ablenkt wenn man das Melkzeug anlegt. Manche haben sich da sehr zickig. Am Ende kann man die komplette Frontseite hoch machen und die Ziegen können zurück in den Stall, wo alle fertigen Ziegen sind. Das ist schon die ganze Zauberei.
Die Milch kommt über ein Rohrsystem direkt in den Milchtank und wird dort schnell auf ca. 3-4°C runtergekühlt. Dieser wird dann ca. 3 mal die Woche zur Meierei gefahren. Gemolken wird morgens und abends. Jeden Tag, egal ob Feiertag, Geburtstag, schlechtes Wetter, gutes Wetter, schlechte Laune oder nicht. IMMER. Vielleicht kann der eine oder andere das bedenken, wenn er das nächste Mal Milch oder Käse isst. Egal ob von Kuh, Schaf, Ziege oder wie auch immer. Es steckt extrem viel Arbeit, Zeit, Geduld und Nerven in der Milch.

Dazu passt nochmal was zum Thema Ziegenmilch. Sie schmeckt tatsächlich nicht anders als Kuhmilch. Dieser „Eigengeschmack“ den viele Leute (und auch ich) in ihr schmecken, hängt von der Haltung ab. Durch das Euter nimmt die Milch extrem Dinge aus ihrer Umwelt an. Wenn man also zum Beispiel einen Ziegenbock in der Herde hat, riecht der extrem. Das ist vollkommen normal für einen Ziegenbock und dann kann auch die Milch „nach Ziege“ schmecken. Aber auch ein stinkender Stall durch mangelnde Hygiene oder zu wenig Platz kann dazu führen. Ich habe am Freitag ein Käsepaket von den Brodowiner Ziegen bekommen und der Frischkäse schmeckt himmlisch. Etwas anders zwar als Philadelphia und Co. aber so gut und ich finde überhaupt nicht nach Ziege. Ich dachte dann, dass ich vielleicht voreingenommen bin, aber Thore schmeckte er auch super gut! 

Der Schnittkäse ganz rechts, der Mozzarella und der Ofenkäse sind aber aus "normaler" Kuhmilch
Donnerstags habe ich nochmal gemolken und Freitag nochmal die ganz normale Arbeit. Zum Abschied haben wir noch ein Eis gegessen und ich bekam mein Käsepaket. Da habe ich mich so gefreut. Aber das Beste waren die Abschiedsworte. Ich wäre wohl eine der besten Praktikantinnen gewesen und wenn ich noch ein paar Wochen länger da wäre könnte ich die Zwei komplett ablösen. Das war so ziemlich das schönste, denn es gehört schon viel Vertrauen dazu, die Tiere jemandem an zu vertrauen. Wie gesagt sind es ja Lebewesen und ich liebe sie wirklich. Toggi mit ihren vier Zitzen, Toggis Tochter mit ihren drei Zitzen, Schlappi mit ihren Schlappohren, Mini die „Haus- und Hofziege“, die Schnüffelziege mit dem kleinen Haarbüschel am Maul, das aussieht als hätte sie einen Blumstrauß im Maul, Kichi und Maunzi die sehr eigene Laute von sich geben (was kann man sich wohl denken). Aber auch Griechi mit ihren Glubschaugen, die  vier Braunies, Auri, die auch schon alt aber so lieb ist, Oma mit ihren gefühlten 100 Jahren, Antje unsere Kaiserschnittziege und natürlich meine größte Liebe: Dreiziggi. Die hat sich am Freitag nochmal richtig schön durchkraulen lassen. Aber auch die 6 Böcke, allen voran Luis und Alwin werde ich nie vergessen.

Das letzte Lamm, das während meines Praktikums geboren wurde

Tatsächlich wurde ich ziemlich sentimental, deshalb mache ich noch einen letzten Beitrag in den nächsten Tagen. Einfach ein kleiner Gesamtrückblick und evtl. sogar ein kleines Video. 

Sonntag, 17. Mai 2015

Woche 9 - Alltag, Sentimentalität, wundervoller Besuch


Montag sollte ja der neue Praktikant kommen. Da ich ja immer schon so 10 Minuten früher da bin, habe ich noch kurz gewartet und was anderes gemacht, damit wir dann gemeinsam Lämmer tränken können. 8.15 Uhr habe ich dann einfach angefangen, da er immer noch nicht da war. Das war auch gut so, denn er hatte sich für den Tag krank gemeldet. Also ging es den gewohnten Gang. Lämmer absetzten,  einstreuen, und so weiter. 

Dienstag kam der neue Praktikant dann. Also ging es los mit dem Einarbeiten. War auch ganz ok. Aber ich bin da nicht so entspannt wie man bei mir am Anfang war. Ich bin da sehr genau wenn es um Tiere geht und da darf dann nichts falsch gemacht werden, aber ich habe mich zusammengerissen, denn ich weiß ja wie viel das am Anfang ist und dass man sich erstmal reinfinden muss, bevor man so Sachen einfach bemerkt und den „Blick“ für die Stallarbeit bekommt. Aber er hat sich ganz gut angestellt, das muss ich schon sagen. Selbst beim Lämmer antränken, aber als Frau ist man da glaube ich eh etwas besser, weil man etwas mehr „Gefühl“ hat. Um 12 war für ihn dann aber schon Feierabend. In seinem Vertrag steht, dass er immer nur einen 4-Stunden-Tag hat. Finde ich ganz gut, dass ich nachmittags wieder alleine bin. ich arbeite gern allein. Ich weiß auch nicht. 

Mittwoch dann das gleiche wie Dienstag. Diesmal waren wir schon schneller und ich konnte ihm noch ein paar weitere Sachen der morgendlichen Stallarbeit zeigen. Eins nach dem anderen eben. Nachmittags habe ich fast eine Stunde beim Ackerbau gesessen und mein Berichtsheft ausgefüllt. Das ist vielleicht eine Arbeit. Total krass, was die da alles wissen wollen. Aber es geht voran. Aber ich mache drei Kreuze wenn ich das Heft endlich fertiggestellt ist. 

Donnerstags war ja nur ein halber Tag für mich. Um 12 kamen Mama und Stefan vorbei und ich habe mich ja schon die ganze Woche darauf gefreut. Dann haben wir erstmal den Ziegenstall erkundet und wie erwartet hat sich Mama ganz doll in die Lämmer verliebt, aber geht ja auch nicht anders bei Zitat: „den Knopfaugen“!! Aber so soll es ja auch sein. Danach waren wir noch in Chorin und beim dazugehörigen Kloster. Es war sehr schön und wir haben gut geschmaust. Ich bin froh nochmal etwas von meiner Umgebung gesehen zu haben und es war einfach ein wunderschöner Tag!! Danke noch einmal dafür!



Freitags habe ich erstmal meine Satteltaschen so voll gepackt wie es nur ging! Einfach, damit ich nächste Woche auch wirklich alles mitbekomme, was ich so in Brodowin habe. Das müsste auch gut klappen, denke ich. Ansonsten haben wir morgens wieder in null komma nichts den Stall geschafft. Es waren auch die Klauenschneider da um den Ziegen ihre Sommerschuhe zu verpassen. Nachmittags war ich dann ja wieder allein und habe noch weiter Spinnenweben von den Balken im Stall abgefegt, damit es für das Hoffest hübsch aussieht. Es war sehr schnell 15 Uhr und Zeit zum füttern. Kurz vor 16 Uhr kam dann noch neues Futter und ich musste noch bis 16.15 da bleiben. Habe meinen Zug aber trotzdem noch geschafft. Puhh. 

Das Wochenende war sehr schön. Eigentlich wollten Thore und ich mal den Tierpark in Berlin besuchen, da wir immer nur im Zoo waren. Aber ich habe dann kurzfristig gesagt, dass ich lieber mein Berichtsheft für die Uni machen will, da es sehr viel Arbeit ist und ich dann die letzten offenen Fragen die Woche stellen kann. War besser so denke ich. Dafür waren wir dann abends noch mal shoppen. Neue Schuhe für Thore und eine wunderschöne (Kunst-)Lederjacke in so creme-beige für mich. Ich bin Seher glücklich und sie war sogar 30% reduziert und somit „im Budget“. 


Morgen (am Montag) darf ich endlich melken!! Ich bin schon super gespannt! Also es bleibt auch am Schluss noch für euch spannend, wenn ich nächste Woche davon berichten kann!




Tödlich Sanft Anmutig - die wichtigsten Nebencharaktere am Ziegenstall

Sie sind immer nur am Rande des Geschehens, aber dennoch waren sie für meinen Alltag extrem wertvoll. Immer auf der Jagd. Nach Mäusen, Echsen, Milch oder Streicheleinheiten tauchen sie immer wieder vor einem auf und verschwinden auch wieder genauso schnell. 

Die liebe Stine, als ich ihren Namen noch nicht wusste hieß sie bei mir immer nur Schoki. Warum? Naja das kann man sich denken.
Meine coolste Erinnerung: Die Jagd auf die bereits Schwanzlose Echse. Das perfekte Beispiel wie gnadenlos und verschmust Katzen gleichzeitig sein können



Feline, die Namensvetterin unserer geliebten Diva, da war ja die Liebe vorprogrammiert.
Lieblingsort: Definitiv die frisch eingestreute Box, als diese noch unbenutzt war (und das immerhin bestimmt 6 Wochen). Jetzt wo in der Box Ziegen sind, naja ähnlich wie Stine an vielen Orten aufzufinden.



Frodo, ist der Einzige der es gar nicht mag auf den Arm oder so genommen zu werden. Auch streicheln darf man ihn nur, wenn es passt.
Schönstes Merkmal: Die kleine weiße Stelle auf der Nase.
Lieblingsort: Definitiv die schwarze Tonne neben dem Eingang zum Milchziegenstall oder die Treppe zu dem Kraftfutterbehälter, je nachdem wo gerade die Sonne ist bzw. wie warm es ist.



Momo, die kleine Schwarze. So eine Liebe.
Meine liebste Erinnerungen: Sie hat mich am meisten in der Mittagspause besucht. Vorzugsweise kurz nach dem Sandbad und dann schön an meinen Beinen entlang schmiegen. Aber egal. Ich war immer dankbar für ein bisschen Gesellschaft.
Lieblingsplatz: Anscheinend wechselt der auch, aber als die eine Box unbenutzt war lag sie sehr oft auf der einen Heuraufe zu finden.



Pommes, ich meine, der Name ist doch schon mal der Knaller, oder was? Als ich den gehört habe musste ich so lachen. Weil er auch so gut passt. Die anderen sind alle Geschwister. Pommes ist erst später dazu gekommen. Er war dann irgendwann als Halbstarker einfach da und ist einfach geblieben. 
Merkmale: Das markante Katergesicht und die extreme Kuschelbedürftigkeit. 
Ein sehr, sehr Lieber!!



Alle Fünf haben aber auch ihre Gemeinsamkeiten. 

Sie fangen alle an zu sabbern, wenn man sie lange genug krault.
Sie sind alle super lieb und trotzdem exzellente Jäger.
Sie alle haben mir die Zeit sehr versüßt, Heimweh vermindert und die Freude auf die Arbeit gesteigert. 
Sie sind alle Milchverrückt und räumen hinter mir auf, wenn ich bei der Fütterung mal Milch verschüttet habe. 
Ich werde sie alle genauso vermissen wie meine Dreiziggi.


Ich werde vielleicht sentimental weil ich weiß, dass der Abschied naht. Dennoch, ich bin so froh, dass es sie gab bzw. gibt. Aber ich bin ja auch ein Katzenliebhaber und wenn man mir gleich 5 so liebenswerte Exemplare gibt, dann kann man nicht erwarten, dass ich dabei objektiv bleibe.

Sonntag, 10. Mai 2015

Woche 8 - Deutsche Bahn, Routine, der Countdown läuft



Am Sonntag bin ich mit strahlendem Sonnenschein in Richtung Brodowin. Abends dann der Schock: Bahnstreik? Bis Sonntag?! Na herzlichen Dank auch blöde GDL, als ob ihr es zu was bringt, wenn euch alle hassen. Aber egal. Erstmal abwarten.



Montag war es super warm, und schwül. Ganz schön, aber zum arbeiten recht unangenehm. Nach der Stallarbeit stand noch ein großes Projekt an, was den ganzen Tag einnahm. Wie man letzte Woche ja schon lesen konnte, sind die ältesten Lämmer ja umgezogen, damit genug Platz für die Lütten aus der letzten Woche ist. Dafür mussten nun die ersten 3 Boxen erstmal komplett ausgemistet werden. Da einige der ältesten Lämmer etwas Durchfall hatten, musste dann alles was in der Box war noch schön gekärchert werden. ALLES. Boden, Seitenwände, Trennbretter, die Holzhütten und noch ein paar Holzgatter. Damit war ich dann auch bis knapp halb fünf beschäftigt. Parallel wurde alles nach dem kärchern auch noch desinfiziert. Kleine Lämmer sind sehr anfällig für Krankheiten und Durchfall kann da sehr gefährlich werden. Um fünf Uhr, war ich dann aber auch schon wieder fertig mit allem und es gab noch ein Eis. (Ja ab und zu vertrag ich auch mal wieder ein normales Menschen-Eis). Das war auch genau das richtige zum Feierabend und ich finde das auch eine super coole Geste, dass man auch an mich gedacht hat und mir eins mitgebracht hat. Hab mich wieder mal gefreut wie ein Schnitzel, oder wie ein Eis. ;)

Dienstag hieß es dann zügig die Boxen wieder zusammenbasteln, einstreuen, Futter und Wasser reinstellen. Dann ging es auch schon wieder auf wilde Lämmerjagd. Das sieht dann so aus, dass wir eine Liste haben mit den Ohrnummern und der Farbe dazu und dann gehts los. „Ich hab hier die blaue 75, stand die auf dem Zettel??“ Und zum Schluss ist es dann die Nadel im Heuhaufen wenn es heißt: „Es fehlen nur noch die rote 155 und die blaue 88.“ Oder so ähnlich. 
Letztendlich haben wir 28 Lämmer auf zwei Boxen aufgeteilt und ich hatte dann noch 3 Tage um erfolgreich anzutränken. Abends war dann noch voll der Sturm. Naja, was da in MV los war, war ja eh der Gipfel. Da war das hier bei mir ja eher ein laues Lüftchen.

Sicherheit geht vor... Nein, das hab ich ihm nicht aufgesetzt. Das war er alleine.


Mittwochs früh kam die Ökokontrolle bei uns vorbei. Also die Kontrolle ob bei uns alles so läuft, dass es auch wirklich ein Öko-Betrieb ist. Außerdem musste ich mich mit den kleinen Quälgeistern abgeben. Das hat bei 28 Lämmern auch mal eben 2 Stunden gedauert. Trotzdem war ich um 11 mit allem fertig und war da ganz schön stolz drauf. Dann musste ich noch zwei Ziegen abmelken, die noch ihre Lämmer haben aber trotzdem ein Monstereuter hatten. Ich habe die jetzt auch nicht leer gemolken. Aber so ca. 2 Liter pro Ziege, einfach damit das Euter wieder etwas Luft hat und nicht mehr kurz vorm platzen ist. Dann habe ich noch die letzten Fenster aus dem Stall abgebaut, da es ja jetzt nicht mehr so kalt ist. 

Donnerstags war einiges zu erledigen. Leider war er aber nicht so spektakulär. Nochmal 2 Ziegen gemolken, die restlichen Fenster ausgebaut. Dies und jenes war noch zu erledigen. Das Lämmer antränken nimmt wirklich viel Zeit in Anspruch. 

Und schon wieder Freitag. Man man man. Es stand mal wieder Wochenendvorbereitung an. Es war auch wieder ein bisschen sauber machen und so an. Das Wetter war traumhaft. Dann bin ich abends wieder zum Bahnhof wo mich meine lieben Großeltern aus Templin mal wieder gerettet hatten. Bahnstreik. Ja, ja. Aber so war ich dann um 7 Uhr zu Hause in Berlin und Oma und Opa haben auch mal unsere Wohnung gesehen.   

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         


Freitag, 1. Mai 2015

Woche 7 - Weide, Umzüge, OP's und noch mehr Weide

Am Sonntag ging es ja wieder nach Brodowin. Als ich in Chorin aus dem Zug ausstieg schien sogar die Sonne. Diesmal hatte ich Satteltaschen bestellt, damit war das Essen noch leichter zu transportieren! Lief auch super. Nach 10 Minuten, als ich im Wald ankam find es dann an wie aus Eimern zu schütten. Ich dachte nur: „Im Ernst?!“, und trat wie eine Blöde in die Pedale. Im ganzen Wald gibt es übrigens nicht eine Hütte für Radwanderer oder so. Naja ich war also komplett nass. Aber nach einer heißen Dusche und schönem Tee war ja alles wieder schick. Dieses Mal wird es etwas länger, obwohl es nur eine 4 Tage Woche war.

Am Montag war das Wetter auch nicht wirklich besser. Immerhin kein Eimer-Regen. Es standen die letzten Blutproben an. Für etwas über hundert Ziegen und die Schafe. Nachmittags hab ich dann noch die Milcheimer geschrubbt. Das Wasser war schön warm und es ist besser als draußen oder im Stall was zu machen. Außerdem gab es noch 2 Problemgeburten, ich war aber bei keiner aktiv dabei. Die erste war eine richtige Schwergeburt (ein Lamm leider tot). Die zweite Geburt, da kam der Po als erstes… DER PO!! Nicht mal die Hinterbeine, nein!! DER PO!! Ich meine warum?? Naja kann man nichts machen. Hat aber überlebt. Immerhin… bei der Dusseligkeit.



Dienstag war es wieder grau in grau. Immerhin kein Regen während des Fahrradfahrens. Dann stand nach der obligatorischen Milchfütterung wieder das Antränken der frisch abgesetzten Lämmer an. Darunter übrigens auch die beiden Jungs, die ich in der letzten Woche „gerettet“ hatte. Stellen sich diese Woche aber wirklich alle ganz gut an. Nach der restlichen Stallarbeit war (Zitat:) „Ziegenschach“ dran. Es mussten einige Gruppen getrennt, neu zusammengefügt und in andere Boxen gestellt werden. Oh und die Schafe kamen schon auf die Wiese und sind erstmal drei Runden rumgerast. Lustig war wie ein Schaf nicht galoppiert ist wie alle anderen, sondern immer mit allen Vieren gleichzeitig vorwärts gehopst ist. Dadurch war sie auch deutlich langsamer, aber trotzdem, nicht galoppiert sondern gehopst. Am Ende mussten noch die ältesten Lämmer von diesem Jahr in den anderen Stall umziehen, damit die Lämmerboxen wieder für die neuen frei werden. Bei ca. 50 Lämmern, die noch auf uns zu kommen und ca. 20 die seit dem Wochenende bis Dienstag geboren wurden, wird es sonst eng im Lämmerstall. Danach war es dann auch schon nach 2 und ich habe erstmal Mittagspause gemacht. Danach war auch nur noch Zeit zum antränken und die abendliche Stallarbeit.

Schon war es Mittwoch und die zweite Wochenhälfte brach an. An diesem Tag ist so viel passiert. Morgens Stallarbeit und schon wieder 2 Ablammungen. Danach kamen die Jungziegen (die letztes Jahr geboren wurden und noch bis Herbst auf das Decken warten) auf die Weide. Da war was los. Da musste man natürlich nicht nur einmal in den Zaun beißen um zu gucken ob auch wirklich Strom drauf ist. Tja, das sind sie, die Ziegen. Jedenfalls musste wir noch eine Weile aufpassen, dass sie, wenn sie einen Schlag bekommen haben nach hinten und nicht nach vorn durch den Zaun springen. Das ging aber ganz gut. Nachmittags war dann nicht so viel los. Einstreuen hier, noch ein bisschen sauber machen da… Schon war es wieder Zeit zum Lämmer tränken. So dann ging es aber nochmal los, denn es gab noch eine Schwergeburt. Es ging gar nichts mehr. So haltet euch fest: Deshalb musste die Tierärztin kommen und Kaiserschnitt machen. Puhhh. Ich bin dann also freiwillig noch eine Stunde länger geblieben und habe zugesehen. So einen Kaiserschnitt bei ner Ziege sieht man ja auch nicht jeden Tag. Es lief auch alles gut, zum Glück. Ein Lamm, ein Mädchen und eine glückliche Mutter, trotz dicker Naht. Ein super anstrengender Tag. Aber so viele neue Eindrücke! Abends war ich super müde aber echt glücklich, dass alles so gut lief. 



Und schon wieder eine Woche vorbei. Donnerstag war ja dann mein letzter Tag und es begann wieder erwarten ohne Regenwetter. Na immerhin. Morgens lief alles gut und wir haben die Milchziegen noch angeweidet. Das macht man, damit sie sich an das eiweißhaltige Gras auf der Weide gewöhnen und nicht gleich die voller Eiweiß-Überdosis bekommen. Wir haben also die hintere Stallgruppe für ca. 1,5h auf die Wiese gelassen und fressen lassen. Haben sie auch gut gemacht. Nur eine ist durch den Zaun und hat auf der anderen Seite weiter gefressen. Nicht so schlimm. Nachmittags hab ich dann wieder „Wochenendvorberietung“ gemacht. So gut es ging jedenfalls. Kurz bevor ich dann zum Bahnhof fuhr, (16 Uhr) haben wir noch die vordere Gruppe auf die Weide getrieben. Tatsächlich hatte es nicht geregnet. Gott sei dank. 



Nächste Woche bin ich noch allein, dann kommt noch ein neuer Praktikant dazu. Der ist ganz spontan jetzt noch dazu gekommen. Na mal sehen. Wenn der dann die Stallarbeit drauf hat, darf ich auf jeden Fall mal melken. Darauf freue ich mich schon!


Sonntag, 26. April 2015

Woche 6 - nicht viel passiert, die Zeit vergeht



Es sollte ja eine schöne Woche werden, also zumindest Wettertechnisch und das wurde sie auch!

Ich habe also am Montag meine gewohnten Arbeiten verrichtet. Es kam die Tierärztin vorbei, da wir von allen Ziegen die über einem Jahr alt sind Blutproben nehmen müssen. Naja, und das sind ca. 300. Aber wir haben erstmal nur 100 „geblutet“, so ist der Fachbegriff. Getestet wird dann auf eine spezielle Krankheit, deren Name ich vergessen habe. Jedenfalls können Träger dieser Krankheit sie verbreiten aber sie muss nicht umbedingt bei jedem Tier ausbrechen das positiv ist. Trotzdem will man die Krankheit ausrotten und deshalb wird jedes Jahr getestet.

Dienstag habe ich dann die Fenster aus dem Stall ausgebaut, damit es nicht so heiß wird und am Dienstag war es ja auch heiß! Die Böcke kamen die ganze Woche tagsüber raus um das Stück hinter ihrem Stall abzugrasen. Ab nächster Woche kommen dann auch die Schafe raus. 

Dafür musste ich Mittwoch noch den Hänger auf der Weide sauber machen und Tröge und so was raustragen. Mittwoch früh aber musste ich erstmal einer Ziege bei der Geburt helfen. Das erste Lamm kam rückwärts und steckte deshalb fest und ich musste es raus ziehen, da hat die Mutter aber gut mitgeholfen. Das Zweite Lamm hab ich dann auch noch schnell rausgeholt. Sicher ist sicher. Danach war ich voller Adrenalin aber auch überglücklich. Jetzt legt die Gruppe endlich los mit den Geburten. Sind ja auch fast drei Wochen später dran als gerechnet. Außerdem wurden nochmal 100 Ziegen geblutet.

Donnerstag war schnell vorbei, da ich den kompletten Nachmittag auf der Weide mit den Zaunbauern verbrachte. Da half ich dann beim Löcher buddeln und so. War auch mal sehr interessant. 

Freitag wollte ich eigentlich noch mal zu den Zaunbauern, kam aber nicht dazu. Es war doch noch eine ganze Menge fürs Wochenende zu erledigen und schwups war es schon wieder 16 Uhr und es ging nach Hause. 


Ja wirklich etwas interessantes ist nicht passiert diese Woche (außer meiner Geburtshilfe) aber was solls, kann ja nicht immer so super spannend sein. Mal sehen wie es nächste Woche wird. Es sind ja jetzt noch genau 4 Wochen bis zum Ende. Die Zeit vergeht ja super schnell jetzt.