Freitag, 1. Mai 2015

Woche 7 - Weide, Umzüge, OP's und noch mehr Weide

Am Sonntag ging es ja wieder nach Brodowin. Als ich in Chorin aus dem Zug ausstieg schien sogar die Sonne. Diesmal hatte ich Satteltaschen bestellt, damit war das Essen noch leichter zu transportieren! Lief auch super. Nach 10 Minuten, als ich im Wald ankam find es dann an wie aus Eimern zu schütten. Ich dachte nur: „Im Ernst?!“, und trat wie eine Blöde in die Pedale. Im ganzen Wald gibt es übrigens nicht eine Hütte für Radwanderer oder so. Naja ich war also komplett nass. Aber nach einer heißen Dusche und schönem Tee war ja alles wieder schick. Dieses Mal wird es etwas länger, obwohl es nur eine 4 Tage Woche war.

Am Montag war das Wetter auch nicht wirklich besser. Immerhin kein Eimer-Regen. Es standen die letzten Blutproben an. Für etwas über hundert Ziegen und die Schafe. Nachmittags hab ich dann noch die Milcheimer geschrubbt. Das Wasser war schön warm und es ist besser als draußen oder im Stall was zu machen. Außerdem gab es noch 2 Problemgeburten, ich war aber bei keiner aktiv dabei. Die erste war eine richtige Schwergeburt (ein Lamm leider tot). Die zweite Geburt, da kam der Po als erstes… DER PO!! Nicht mal die Hinterbeine, nein!! DER PO!! Ich meine warum?? Naja kann man nichts machen. Hat aber überlebt. Immerhin… bei der Dusseligkeit.



Dienstag war es wieder grau in grau. Immerhin kein Regen während des Fahrradfahrens. Dann stand nach der obligatorischen Milchfütterung wieder das Antränken der frisch abgesetzten Lämmer an. Darunter übrigens auch die beiden Jungs, die ich in der letzten Woche „gerettet“ hatte. Stellen sich diese Woche aber wirklich alle ganz gut an. Nach der restlichen Stallarbeit war (Zitat:) „Ziegenschach“ dran. Es mussten einige Gruppen getrennt, neu zusammengefügt und in andere Boxen gestellt werden. Oh und die Schafe kamen schon auf die Wiese und sind erstmal drei Runden rumgerast. Lustig war wie ein Schaf nicht galoppiert ist wie alle anderen, sondern immer mit allen Vieren gleichzeitig vorwärts gehopst ist. Dadurch war sie auch deutlich langsamer, aber trotzdem, nicht galoppiert sondern gehopst. Am Ende mussten noch die ältesten Lämmer von diesem Jahr in den anderen Stall umziehen, damit die Lämmerboxen wieder für die neuen frei werden. Bei ca. 50 Lämmern, die noch auf uns zu kommen und ca. 20 die seit dem Wochenende bis Dienstag geboren wurden, wird es sonst eng im Lämmerstall. Danach war es dann auch schon nach 2 und ich habe erstmal Mittagspause gemacht. Danach war auch nur noch Zeit zum antränken und die abendliche Stallarbeit.

Schon war es Mittwoch und die zweite Wochenhälfte brach an. An diesem Tag ist so viel passiert. Morgens Stallarbeit und schon wieder 2 Ablammungen. Danach kamen die Jungziegen (die letztes Jahr geboren wurden und noch bis Herbst auf das Decken warten) auf die Weide. Da war was los. Da musste man natürlich nicht nur einmal in den Zaun beißen um zu gucken ob auch wirklich Strom drauf ist. Tja, das sind sie, die Ziegen. Jedenfalls musste wir noch eine Weile aufpassen, dass sie, wenn sie einen Schlag bekommen haben nach hinten und nicht nach vorn durch den Zaun springen. Das ging aber ganz gut. Nachmittags war dann nicht so viel los. Einstreuen hier, noch ein bisschen sauber machen da… Schon war es wieder Zeit zum Lämmer tränken. So dann ging es aber nochmal los, denn es gab noch eine Schwergeburt. Es ging gar nichts mehr. So haltet euch fest: Deshalb musste die Tierärztin kommen und Kaiserschnitt machen. Puhhh. Ich bin dann also freiwillig noch eine Stunde länger geblieben und habe zugesehen. So einen Kaiserschnitt bei ner Ziege sieht man ja auch nicht jeden Tag. Es lief auch alles gut, zum Glück. Ein Lamm, ein Mädchen und eine glückliche Mutter, trotz dicker Naht. Ein super anstrengender Tag. Aber so viele neue Eindrücke! Abends war ich super müde aber echt glücklich, dass alles so gut lief. 



Und schon wieder eine Woche vorbei. Donnerstag war ja dann mein letzter Tag und es begann wieder erwarten ohne Regenwetter. Na immerhin. Morgens lief alles gut und wir haben die Milchziegen noch angeweidet. Das macht man, damit sie sich an das eiweißhaltige Gras auf der Weide gewöhnen und nicht gleich die voller Eiweiß-Überdosis bekommen. Wir haben also die hintere Stallgruppe für ca. 1,5h auf die Wiese gelassen und fressen lassen. Haben sie auch gut gemacht. Nur eine ist durch den Zaun und hat auf der anderen Seite weiter gefressen. Nicht so schlimm. Nachmittags hab ich dann wieder „Wochenendvorberietung“ gemacht. So gut es ging jedenfalls. Kurz bevor ich dann zum Bahnhof fuhr, (16 Uhr) haben wir noch die vordere Gruppe auf die Weide getrieben. Tatsächlich hatte es nicht geregnet. Gott sei dank. 



Nächste Woche bin ich noch allein, dann kommt noch ein neuer Praktikant dazu. Der ist ganz spontan jetzt noch dazu gekommen. Na mal sehen. Wenn der dann die Stallarbeit drauf hat, darf ich auf jeden Fall mal melken. Darauf freue ich mich schon!


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