Am Montag war ich natürlich wieder pünktlich kurz vor 8 Uhr am Stall. Da ein Kollege die Woche frei hatte, waren wir morgens immer nur zu zweit. Ab mittags bekam ich dann Aufgaben und war den Rest des Tages allein am Stall. Montag habe ich endlich mein Raumprojekt fertig gestellt. Ansonsten ist an diesem Tag nicht besonders viel passiert.
Dienstag früh habe ich erfahren, dass am Abend vorher eine Ziege abgelammt hatte. Leider mit Frühgeburten. Das erste Lamm war gleich tot, das zweite lebte noch gerade so. Das wurde dann in einen großen Plastikbottich mit viel Heu als weicher Unterlage gelegt und ins warme Büro gestellt. Da lag es nun und wurde dann auch alle 2 Stunden von mir getränkt. Es sah aber schon nicht sehr viel versprechend aus. Es hatte kaum Kraft und wenig Motivation zum trinken. Aber wir haben trotzdem immer weiter getränkt. Dann musste ich noch etwas im Raum nachstreichen und anschließend kam auch gleich das nächste Projekt und zwar wieder streichen! Macht ja nichts. Mir macht das ja Spaß. Leider hatte mein Hirn nicht so mitgespielt. Aber von vorn. Das Objekt ist der Kraftfutterbehälter für den Melkstand. Der steht draußen und muss mit Rostschutzfarbe gestrichen werden. Tja und Belinda denkt sich so: „Schönes Wetter, dann werd ich mal mit hochgekrempelten Ärmeln und ohne Schutzkleidung oder Handschuhe pinseln. Kann man ja alles abwaschen.“ Haha. Nicht. Hätte man sich eigentlich denken können, dass ROSTSCHUTZfarbe nicht wasserlöslichch ist… Egal bis Freitag war alles wieder weg… Gott sei dank!
Mittwoch sah genauso aus wie Dienstag. Nur das über den Tag noch die Tränken in dem einen Stall repariert wurden. Sehr geil, dann haben die jetzt wieder automatische Tränken und ich muss kein Wasser mehr schleppen etc. Achja, und ich habe (bei wundervollem Wetter und über 20°C) in voller Montur weiter gestrichen. Es war so heiß!! Ich wäre mit Mütze gestorben, also hab ich natürlich gleich Farbe in die Haare bekommen. Ist ja klar. Aber da geht es viel besser raus als von der Haut. Immerhin. Abends kam dann noch, wie angekündigt, mein lieber Papa vorbei, worüber ich mich sehr gefreut hatte. Wir waren noch etwas essen und haben das schöne Wetter genossen. Ja man konnte draußen essen! Um halb 8 abends! So kann es doch bleiben, oder was? Oh und danke für das Mitbringsel an Oma B!
Donnerstag früh fuhr Papa dann weiter Richtung Osten und ich ging wieder zur Arbeit. Der Tag begann mit dem Anblick des kleinen Lammes, welches tatsächlich über nach gestorben war. Es war aber kein großer Schock, da ich es schon erwartet hatte. Am Vorabend hatte er sogt wie nichts mehr getrunken. Für alle Zartbeseiteten: jetzt zum nächsten Absatz springen!! Die toten Lämmer kommen dann ins Kadaverhaus wo es schön kühl ist und von dort werden sie dann zeitnah abgeholt. Das war wirklich hart, da dort ja auch noch sein Geschwisterchen lag und das war wirklich noch kleiner als er!
So ab hier wird's wieder schön! Naja „schön“ ich habe den Rest des Tages mit Streichen (inklusive Vollmontur und Mütze) verbracht und kam auch richtig weit. Noch eine Etappe und dann ist das Ding fertig! Achso: noch was zu Mittwoch, aber das passt hier so schön nach den traurigen Sachen. Nachmittags beim Füttern hatte mir meine Lieblingsziege nochmal ein breites Lachen auf das Gesicht gezaubert! Ihr erinnert euch an ein Selfie mit der grinsenden Ziege? Das ist ja Dreiziggi, die kleine die es schafft aus den Boxen zu springen und einen manchmal bei der Arbeit begleitet und hinterher rennt. Ich wollte also füttern und wer liegt auf dem Heu wie der King? Ja, genau. Ich musste so lachen und hab super vorsichtig Bilder gemacht, damit sie nicht weg läuft. Hätte ich mir sparen können. Selbst, als ich eine Heuschicht unter ihr wegzog, hat die nicht mal mit dem Ohr gezuckt. Zu cool! Da ich danach ja noch etwas Zeit hatte bekam sie dann noch eine Kuscheleinheit. Tipp: Besonders gehörnte Ziegen lieben es genau zwischen den Hörnen gekratzt zu werden. Bei den jungen Ziegen ist das Fell da auch noch ganz weich und sauber. Wobei Dreiziggi es auch einfach liebt am Bauch oder Hals gekrault zu werden.
Tja und schon war es wieder Freitag. Da ich am Freitag immer eine Stunde früher abhaue, hatte ich Nachmittags nicht genug Zeit zum zu Ende streichen. Das kommt daher, dass immer viel für das Wochenende vorbereitet werden muss. Einstreuen, Futterwagen auffüllen (hier war die Feinstaubmaske mal wirklich im Einsatz und echt beruhigend!) und alles mögliche. Wirklich spannend ist das ja nicht.
So das war wieder meine Woche. Achso, und zu dem zweiten Praktikanten: Der kommt wohl doch nicht mehr. Hatte sich irgendwann einfach nicht mehr gemeldet. Ganz ehrlich, ich bin froh darüber. Ich arbeite gern allein und für mich. Ist auch entspannter, wenn man nicht das Gefühl hat, dass einem jemand im „Nacken“ sitzt. Es ist einfach entspannter und das ist bei mir momentan ja super wichtig, damit ich das Praktikum durchhalte! Aber ich fühle mich gut. Klar gibt es Tage an denen geht es mir (insbesondere Morgens) nicht so super, aber im Großen und Ganzen komme ich sehr gut zurecht.
Außerdem heißt die 5. Woche, dass Halbzeit ist. Man man man. Oh und noch einmal DANKE für die Schoki, Mama ;) Super süß!







